Hundeangriff

Der Traumaalarm geht: ein Mann, von einem Kampfhund angefallen, eine junge Frau und ein Kind, leichtverletzt. Wow – der Traumasaal ist voll, aber glücklicherweise stellt sich heraus, dass keiner von den dreien wirklich unsere Hilfe braucht, alles glimpflicher als befürchtet.

Die junge Frau war mit ihren beiden kleinen Kindern spazieren, das Idyll schlechthin an einem schönen Spätsommertag, als auf dem Gehweg ein Rottweiler auf sie zukam, ihren 18 Monate alten Sohn einfach ummähte und sich auf ihren dreijährigen Sohn stürzte, sie, wie jede Mutter, stürzte sich ins Gewimmel, riss ihre beiden Kinder hoch, trat verzweifelt nach dem Hund, der sich die Wade des Dreijährigen verbissen hatte und versuchte, ihn aus ihrem Arm zu ziehen. Ich kann mir kaum eine schlimmere Situation vorstellen – zwei Kinder auf dem Arm und vor einem ein wild gewordener Rottweiler.

Es gibt immer wieder diese unglaublichen Helden, die, statt herumzustehen, eingreifen, wenn etwas passiert. Thorben, ein junger Bankangestellter, der gerade mit Kollegen auf dem Weg zum Mittagessen war, warf seinen Aktenkoffer zur Seite und nahm den Kampf mit dem Hund, der diese Familie attackierte, ohne Zögern auf. Thorben wurde übel zerbissen, der Hund biss ihm in den Oberschenkel, in den Arm und in die Hand, mehrere Handknochen brachen, aber Michael in seinem feinen Anzug, den wir aufschnitten, schrie laut, trat zu, trat mehrmals, zertrat dem Hund den Unterkiefer, schlug zu, trat dem Rottweiler in die Rippen, bis der liegenblieb und nicht mehr angriff. Da traf anscheinend der Besitzer ein, ein bisschen spät, wie ich finde.

Die Polizei hat den Hund an Ort und Stelle erschossen und die Familie und Thorben ins Krankenhaus bringen lassen.

Thorben hat mehrere tiefe Bisse, braucht Antibiotika und einen Tetanusbooster, einen Handchirurgen, einen plastischen Chirurgen und viel Zuwendung, der Schreck kommt über ihn, wie auch nicht? Der Dreijährige braucht ein Antibiotikum und einen Teddybären im OP-Outfit, der Teddybär mit grüner Mütze, den hier alle Kinder kriegen, der über eine Stiftung finanziert wird und der so viel Schrecken wieder gutmacht. Wir haben einen ganzen Schrank voller Teddybären. Die Mutter braucht nur ihre Kinder zu sehen.

Ich hab etwas gegen Kampfhunde.