Pfoten weg!

Sexuelle Belästigung ist ja aktuell in aller Munde. Es gibt Leute, die tönen, das könne doch gar nicht sein, die Frauen übertreiben doch alle, soooo schlimm und so verbreitet wäre das sicher nicht.

Ich kenne keine Krankenschwester, die nicht irgendwann in ihrer Laufbahn sexuellen Anspielungen und Übergriffen von männlichen Patienten ausgesetzt war. Wir sprachen neulich darüber, nachts, und alle hatten etwas zu erzählen.

Vielleicht ist es das Image der ’naughty nurse‘, das uns da anhängt?

Das fängt schon an mit der Präsenz der männlichen Genitalien. Im normalen Leben nennt sich so etwas auch Exhibitionist. Immer mal schön runter mit der Hand und dann wird am besten Stück herumgespielt. Warum? Ist es die Angst, dass es abhanden gekommen sein könnte? Ich habe ein solches Ständig-anfassen-müssen noch nie bei einer Frau gesehen. Die Zimmertür ist offen, aber bitte, lieg nur da mit der Hand zwischen den Beinen. Das bereitwillige Zeigen der Kronjuwelen, das Aufreissen des Patientenhemds, die hinten offenen Flügelhemden, der Arsch, der einfach raushängen darf – „das stört mich nicht!“. Nun ja, vielleicht stört es uns?!?

Die Anspielungen – Katrin, der angeboten wurde, doch ins Bett eines kardiologischen Patientens zu kriechen, der Patient, der meinte, es sei schade, dass ich nicht mehr Zeit hätte, wenn er doch schon im Bett liegen müsse, im Bett sei er nämlich unschlagbar… die ewigen Beurteilungen des Aussehens des Personals – „die von heute morgen, mit dem hübschen Hintern“ … der Patient, der meinte, er sei nicht sicher, ob wir einen Urinkatether hätten, der lang genug sei, er wäre nämlich besonders gut ausgestattet, der nächste, der beim Katethersetzen sagte, ach das sei schön, es wäre nämlich schon lange her, das jemand mit seinem besten Freund herumgespielt habe…

Und die, die einfach ihre Finger nicht kontrollieren können – die Hand landet zielsicher auf dem Hintern der Schwestern, auf der Brust…

Und das Erschreckendste dabei ist, dass es so normal für uns ist…