Schlagwort-Archiv: Notaufnahme

The credit belongs to the man who’s actually in the arena…

Der Traumaalarm geht kurz vor 21:00, für mich beinahe Zeit, nach hause zu gehen – nur haben wir zwei Säle laufen, die Neurochirurgie ist auch im Gange, und die vierte Anästhesieschwester ist auf einem Transport. Na gut, ich kann noch ein bisschen bleiben, ich fange eben an, dann wird schon jemand kommen, der dann übernimmt. Weiterlesen

Nicht aufgeben

Als ich kürzlich über Gerlinde schrieb, die ein Zugunglück unglaublich leichtverletzt überlebt hatte, musste ich an Arina denken. Arina war einer der schwersten Unfälle, die je durch unsere Tür kamen, noch heute blicke ich kopfschüttelnd zurück auf dieses Unglück – und vor allem auf den Ausgang.

Arina wurde eines Nachts ins Traumazentrum eingeliefert – ein 16jähriges Mädchen, mit einer Gruppe Freundinnen auf dem Nachhauseweg von einem Fest, angetrunken, war sie von der Bahnsteigkante gestürzt, direkt unter den eben einlaufenden Vorstadtzug. Weiterlesen

Der rosa Arzt

Wir laufen auf Hochtouren. Ich glaub es nicht, es ist erst 7:20, die Tagschicht hat gerade angefangen und verschafft sich einen Überblick, und es ist schon Chaos. Wir haben zu viele Patienten und zu wenig Betten. Die Stationen sind voll belegt, die Notaufnahme ist voll. Alles ist voll, keiner kommt irgendwo hin.

Außerdem haben wir heute Nacht alle Telefonnummern erneuert. Kein Scherz, das Krankenhaus ist auf ein neues System umgestiegen, alle Nummern sind erneuert, keine Nummer, die ich kenne, führt mehr irgendwohin, und keine neue Nummer führt dahin, wo sie soll. Weiterlesen

Die Verlierer der Notaufnahme

Gestern habe ich über den täglichen Wahnsinn in der Notaufnahme geschrieben, über Hypochonder und Menschen, die dort einfach nichts zu suchen haben. Ich kann nicht abstreiten, dass diese Leute mich wütend machen. Wütend macht mich das mit auch für eine andere Gruppe Menschen: die wirklichen Verlierer der Organisation der Notaufnahme. Weiterlesen

Notaufnahme – wir sind für jeden Spaß zu haben!

Puh. Es ist Wochenende. Wann immer ich in die Notaufnahme runterkomme, packt mich das Grausen, und ich fühle mich wie Scarlett O’Hara in „Vom Winde verweht“, als sie sich durch Reihen von Verwundeten nach der Schlacht von Gettysburg kämpft.

Unsere Notaufnahme ist für 40 Patienten gebaut, es ist äußerst selten, dass sich dort weniger als 100 Patienten befinden, oft sogar 120 bis 140. Die Patienten sitzen in Warteräumen, liegen auf Bahren im Flur, das Personal ist wahrscheinlich auch nur für 40 Patienten geplant und bewegt sich nur im Zeitraffer. Alle sind gestresst, genervt, die Patienten warten zu lange, das Personal kriegt keine Pause, die Rettungs- und Krankenwägen laden einen Patienten nach dem anderen ab, der Lärmpegel ist enorm. Unfälle, heftige Erkrankungen, gefühlt alle fünf Minuten Alarm, Patienten, die nicht warten können, die brauchen sofort 6-8 Mann, die wirklich wie in der Serie den Flur hinuntersprinten, Leute, die dann 30-40 Minuten draußen in den Fluren fehlen. Weiterlesen