Kategorie-Archiv: Allgemein

Bitte ein Ende

Freitag Nachmittag um 14:00. Thank God it’s Friday. Heute war mal wieder so ein Tag, an dem sich diese 100 kleinen Dramen abspielen, wo jemand in Tränen ausbricht und ich eigentlich den ganzen Tag nur mit Damage Control beschäftigt bin. Bald darf ich endlich nach Hause gehen.

Eine neue Patientin angekündigt, ich lese im Computer nach – Katharina, 1955 geboren, Zustand nach großer Subarachnoidalblutung vor zwei Jahren, komplizierter Verlauf, jetzt Aspirationspneumonie, und mir wird ganz kalt. Das ist Katharina, meine ehemalige Kollegin. Weiterlesen

Der neue Alltag

Es ist ein aufregendes Abenteuer, so ein neuer Job. Oder – dieser neue Job ist es. Die Tage sind meist chaotisch – viele Patienten und ein sehr junges, unerfahrenes Team. Aber dieses Chaos hat einen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann, da ist so viel Enthusiasmus, so viel Begeisterung, so viel Energie.  Weiterlesen

Das war ein guter Tag!

Noch ein erstes Mal – Ramona hat heute ihre erste Blutgasabnahme geschafft.

Ramona ist 22 Jahre alt und seit sechs Monaten Krankenschwester. Ramona ist still und leise und sehr vorsichtig. Sie nimmt sich alles sehr zu Herzen. Sie hat rote Haare und fast durchsichtige Haut und sieht noch sehr sehr jung aus. Und heute war ein ganz besonderer Tag – Ramona hat heute ihr erstes arterielles Blutgas abgenommen. Weiterlesen

Neue Ufer? Ich schwimme noch!

Der neue Job hat mich überrollt wie eine Lawine. Ich habe jetzt die klinische Leitung über die innenmedizinische Akutstation des Krankenhauses, sozusagen der Knotenpunkt der Inneren. 28 Plätze, das Ziel ist, akute medizinische Patienten aus der Notaufnahme aufzunehmen, innerhalb von 24-48 notwendige Untersuchungen einzuleiten und dann bei Bedarf auf die mehr spezialisierten Stationen zu verteilen. Weiterlesen

Auf zu neuen Ufern

Ich fange einen neuen Job an, nach rund 13 Jahren ist es an der Zeit, die klinische Arbeit erstmal zu verlassen. Ich trete die klinische Leitung der Wachstation an, und ehrlich gesagt, den Management-Job mache ich schon lange auf der Intensivstation, inoffiziell, jetzt ist das meine Stellenbeschreibung, mit entsprechendem Gehalt und den Arbeitszeiten. Weiterlesen

Von Dinosauriern

Warum schaffen manche Ärzte den Absprung ins Rentnerdasein einfach nicht?

Die Frage stelle ich mir gerade sehr ernsthaft, denn ich habe ein wachsendes Problem am Hals, und es heißt Bernhard Schaarschmidt. Bernhard ist wird diesen Sommer 74 Jahre alt und weigert sich standhaft, in Rente zu gehen. Er ist einer der großen Meister der Inneren Medizin, hat Lehrbücher verfasst, arbeitet seit 1965 an diesem Krankenhaus, hat sowohl die Intensivmedizin als auch die Innere Medizin über Jahre hinweg vorangetrieben, war einer der ganz Großen, sein Name forderte Respekt.  Weiterlesen

The good fight

Spätschicht, im Saal 1 verlegen sie einen Patienten auf einen Überwachungsplatz, ein 60 Jahre alter Mann mit Herzstillstand ist auf dem Weg in die Angiographie, vom Notarzt intubiert, ein massiver Herzinfarkt, laufende Kompressionen mit dem Lucas, kein tragender Rhythmus. Ich gehe nach oben in die Angiographie, bereite vor, die Sanitäter kommen, Björn, Einar, Jan. Kein tragender Rhythmus, der Lucas komprimiert. Das Angiographiepersonal trifft ein, der Operateur, wir ziehen den Patienten unter laufenden Kompressionen auf den Tisch. Venöse Zugänge? Nur einer? Nein, noch einer im Hals. Adrenalininjektion, Defibrillationen. Seit 25 Minuten kein Rhythmus, aber der Lucas gibt uns die Möglichkeit, die Ursache des Herzstillstandes zu lösen, wir kaufen Zeit mit laufenden Kompressionen. Ein arterieller Zugang, ein Blutgas zeigt ein Laktat von 16 mmil/l, das ist viel.  Weiterlesen

Das erste Mal

Tobias ist erst vor sechs Monaten zu uns gestoßen, als fertiger Facharzt in Anästhesie und Intensivmedizin auf diese spezielle Intensivstation gekommen, die Kardiologie und Innere Medizin muss erst erlernt werden, dann ist es soweit – Tobias darf seine erste Schicht als Oberarzt gehen. Die neuen Oberärzte gehen immer erstmal nur Tagschichten, von 08:00 bis 18:00, keine Nachtschichten. Bis 12:00 ist der Oberarzt der vorigen Nacht noch anwesend, um 17:00 kommt der nächste erfahrene Oberarzt. Die neuen Oberärzte haben also fünf Stunden, die sie alleine schaffen müssen, in der Zeit haben sie aber immer einen Ansprechpartner via Telefon. Weiterlesen