Du fehlst mir nicht mehr!

Matthias ist wieder da.

Ich verstehe, dass das für niemand eine solche Bedeutung hat wie für mich, aber Matthias ist wieder da. Nach 18 langen Monaten, fast ein Jahr, nachdem wir uns in Deutschland getroffen haben, ist Matthias wieder da. Matthias, den ich so vermisst habe – ich habe einen, zwei, drei Texte darüber geschrieben.

Ich wusste, dass Matthias in ca. 3 Wochen wieder auf der Intensivstation anfängt, dass er wirklich wirklich wiederkommt, und ich habe mich wochenlang darauf gefreut, aber nichts hat mich darauf vorbereiten können – ich gehe den Flur hinunter und sehe jemanden, an der Rezeption stehen, ein oder zwei Gehirnzellen schalten und ich fange an, schneller zu gehen, zu laufen, das ist Matthias, er ist hier, auf der Inneren, das ist Matthias! Ich hatte keine Ahnung, dass er hier ist, und es spielt keine Rolle, wir haben uns zum letzten Mal vor 11 Monaten gesehen und er fehlt mir jede Stunde, jeden Tag, da ist Matthias!

Without you I would fall apart… I’m safe for now, I’m in your arms…

Wir stehen immer in Kontakt – er ist nicht besonders gut im SMS-schreiben mit einem alten Nokiatelefon. Matthias ist der einzige Mensch in Europa, der noch kein Smartphone hat. Aber wir mailen einander und wir telefonieren, normalerweise dann, wenn ich es am meisten brauche. Nach der ersten Woche im neuen Job kam ich am Freitag nach Hause und war niedergeschlagen und entmutigt angesichts der Aufgabe, die vor mir lag – und gegen 18:00 klingelte das Telefon und Matthias und ich telefonierten eine Stunde und dann war alles nicht mehr so schlimm…

Er kam zur Vertragsunterzeichnung und zum Treffen mit den ehemaligen und wieder zukünftigen Kollegen und holte eine Viertelstunde auf der Inneren Medizin für mich heraus, in einer straffen Planung. Und ich kann nicht aufhören, mich zu freuen – Matthias ist einer meiner besten Freunde, mein Vertrauter und wenn ich es brauche, ist er meine Armee und steht mit dem Schwert in der Hand neben mir, zum Kampf bereit. Nein, es war nie eine Liebesgeschichte. Ein paar Leute haben es behauptet, und ich sage immer, dass sie es nur nie verstanden haben. Nichts lag uns ferner. Wir kommen beide aus Deutschland (Matthias hatte, wie immer, eine Flasche Maggi für mich dabei!), wir sprechen die gleiche Sprache, wir haben beide am selben Tag auf der Intensivstation angefangen, lernten alles gemeinsam, haben viel gemeinsam erlebt, durchstanden, gelernt. Und immer gelacht. Manchmal gekämpft, manchmal triumphiert. Immer zusammen. Und ich bin einfach nur froh, diesen Freund schon bald wieder greifbar neben mir zu haben, und ich weiß, ich kann es nie vermitteln, wie Matthias ist und was es für ein Geschenk und eine Ehre es ist, ihn als meinen Freund bezeichnen zu dürfen, diese stille, aufrechte, unbestechliche Persönlichkeit, die ich treffen durfte und die mich seitdem als mein Freund durch Höhen und durch Tiefen begleitet!