Heeeyyy, Macarena!

Manchmal gibt es Situationen, die sind einfach nur absurd, grotesk, makaber… gestern zum Beispiel.

Wir haben einen neuen Patienten, einen jungen Mann nach einem Motorradunfall (Motorradunfälle, einfach nur furchtbar, ich hasse sie!), Schädelbruch, Gehirnkontusionen, er ist bewusstlos nach der Operation, keiner weiß, wie das ausgeht. Er liegt im Bett und sieht aus wie ein Kind, den Verband auf dem Kopf, neben ihm auf dem Nachttisch Blumen der Freunde, ein 30 cm hoher Stoffaffe, den sie mitgebracht haben, eine Karte. Endlich kommen die Eltern aus einer weit entfernten Stadt, sie sind aufgelöst, wie von Sinnen, und ich spreche besänftigend, beruhigend, zeige alles, die Mutter bricht in Tränen aus, ich lege die Papiere, die ich in der Hand halte, auf den Nachttisch, um die Hände frei zu haben, sie zu halten, zu trösten, und muss dabei dem Stoffaffen zu nahe gekommen sein, denn der leuchtet auf und fängt an, den Macarenatanz zu tanzen, zu blecherner Musik. Das war so unerwartet und absurd, die Mutter weint, und ich reiße wild an diesem dämlichen Affen herum, versuche, einen Abstellknopf zu finden, *Heeeyyyy, Macarena!* schrillt durchs Zimmer… da löst sich mein Chef aus einer Gruppe, kommt auf uns zu, nimmt mir den tanzenden Affen aus der Hand, läuft weiter und dreht dem Ding kurzerhand den Hals herum und wirft es in einen Abfalleimer. Mein Gesichtsausdruck muss unbeschreiblich gewesen sein, ich wende mich wieder der Familie zu… „äh, wie ich eben sagte, Bewusstlosigkeit nach der Operation….“