Manchmal gibt es Wunder…

Letzten Mittwoch hatten wir einen tollen Patienten, 17 Jahre alt, ist bei einer Party am Dienstagabend mit einer Eisenstange über den Kopf geschlagen worden (!!!), als er bei einem handgreiflichen Streit schlichtend eingreifen wollte, schwerer Schädelbruch, noch in der Nacht umfangreiche OP, die Fraktur ist geschraubt und mit Drähten zusammengepuzzelt worden, das ist wirklich eine ganz, ganz schlimme Verletzung, keiner kann sagen, was da draus wird. Blutung? Schwellung? Bleibende Schäden? Amnesie? Man wartet, man bangt…

Und was macht der Junge? Im Aufwachsaal ist er zum ersten Mal aufgestanden – wo man schon froh gewesen wäre, wenn er die Augen aufgemacht hätte und seine Pupillen auf Licht reagiert hätten, und hat dann noch ein großes Frühstück verputzt, bevor er auf die Station kam. Dort hat er dann zugegebenermaßen viel geschlafen, war aber leicht weckbar, voll orientiert und voll da, Pupillen gleich groß und reaktiv, hat alle Fragen richtig beantworten können, schien nicht mal an posttraumatischer Amnesie zu leiden, hat gegessen, ist selber gelaufen – uns ist allen die Kinnlade runtergeklappt.

Wie zäh doch so ein Menschenleben ist, wie viel der Körper aushalten kann, wieviel Glück manche haben – und wie schön das ist, so was zu sehen, unter all den tragischen Verläufen! Und als dann die Eltern kamen, übernächtigt, krank vor Sorge, zitternd, verängstigt (man stelle sich vor, man kriegt nachts einen Anruf, Sohn ist mit einem Schädelbruch im Krankenhaus, bewusstlos, muss dringend operiert werden, und keiner kann sagen, wie das ausgeht!), da konnte ich fröhlich sagen: „Es geht ihm gut, er segelt da so durch…“ Ab und zu gibt es eben doch Wunder!