Schlagwort-Archiv: Klinikalltag

Der neue Alltag

Es ist ein aufregendes Abenteuer, so ein neuer Job. Oder – dieser neue Job ist es. Die Tage sind meist chaotisch – viele Patienten und ein sehr junges, unerfahrenes Team. Aber dieses Chaos hat einen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann, da ist so viel Enthusiasmus, so viel Begeisterung, so viel Energie.  Weiterlesen

Das war ein guter Tag!

Noch ein erstes Mal – Ramona hat heute ihre erste Blutgasabnahme geschafft.

Ramona ist 22 Jahre alt und seit sechs Monaten Krankenschwester. Ramona ist still und leise und sehr vorsichtig. Sie nimmt sich alles sehr zu Herzen. Sie hat rote Haare und fast durchsichtige Haut und sieht noch sehr sehr jung aus. Und heute war ein ganz besonderer Tag – Ramona hat heute ihr erstes arterielles Blutgas abgenommen. Weiterlesen

Neue Ufer? Ich schwimme noch!

Der neue Job hat mich überrollt wie eine Lawine. Ich habe jetzt die klinische Leitung über die innenmedizinische Akutstation des Krankenhauses, sozusagen der Knotenpunkt der Inneren. 28 Plätze, das Ziel ist, akute medizinische Patienten aus der Notaufnahme aufzunehmen, innerhalb von 24-48 notwendige Untersuchungen einzuleiten und dann bei Bedarf auf die mehr spezialisierten Stationen zu verteilen. Weiterlesen

Scheue keine Mühe, um eine Mühe zu scheuen…

Ich denke, jede Krankenschwester hat eine Kollegin wie Melanie – Melanie, die Meisterin des gesamten Universums in der Kunst, andere ihre Arbeit machen zu lassen.

Melanie ist langsam – so langsam, dass die Uhren stehenbleiben. Melanie geht langsam, sie streicht ihr Butterbrot langsam, sie SCHAUT langsam! Ich bin davon überzeugt, dass das zumindest zum Teil eine Strategie ist… Weiterlesen

Eis gefällig?

Ich fange gerade die Spätschicht an und sitze in der Übergabe. Ein Herzstillstand in der Angiographie, unter Herz-Lungenmassage, eventuell ein Fall für ECMO. Nach nicht mal drei Minuten klingelt mein Telefon, Björn will Medikamente und einen Kapnographen nach oben, ich versichere, dass Jelka und Tom schon auf dem Weg sind. Er fragt ungeduldig: „Du kommst wohl auch??“. Hatte ich eigentlich nicht vor, ich bin Koordinator und habe eine ganze Station voll schwerkranker Patienten. Das ist aber keine gültige Antwort, das war eigentlich keine Frage… Weiterlesen

Gewonnen!

Simon ist auf den Tag genau sechs Monate jünger als ich und völlig gesund – bis auf eine Peridcarditis (Herzbeutelentzündung) vor einem Monat. Jetzt kommt er in die Notaufnahme mit ein paar Tagen Atemnot und allgemeinem Krankheitsgefühl. Alle Werte ziemlich schlecht, Atmungsfrequenz, Sauerstoffsättigung im Blut, alles nicht toll, der Puls ist hoch. Noch im Warteraum bricht Simon zusammen, wird grau, ein Herzstillstand. Im Akutraum Ultraschall, die ganze linke Lunge ist nicht luftführend, ein Masseneffekt, die linke Lunge ist ausgespannt und drückt auf das Herz, schiebt die Luftröhre nach rechts. Dass Simon so lange ausgehalten hat, ist unbegreiflich. Weiterlesen

Das können wir besser

Um vier Uhr rufen sie aus der Infektionsklinik an – sie brauchen Hilfe beim Absaugen eines palliativen Patientens. Was daran so schwierig sein soll, dass man Hilfe von der Intensivstation braucht, habe ich immer noch nicht verstanden, aber unsere Regel ist, dass wir von der Intensiv immer helfen und unterstützen, also mache ich mich auf den Weg. Auf der Station Stille, vier Schwestern im Personalzimmer. Weiterlesen

Kurz mal innehalten…

Es ist rappelvoll bei uns, die Stationen sind voll belegt, da kommt der Neurologe und will eine Patientin zu uns schicken, die eine Infusion mit Pro-Epanutin braucht, andauernde partielle Krampfanfälle. Wir haben keinen Platz. Die Frau ist eine Neurologiepatientin, liegt aber aus Platzmangel als Satellit in der Frauenklinik. Die Schwestern der Frauenklinik weigern sich, Pro-Epanutin zu infundieren, es kann zu Blutdruckfällen kommen, ein Patient, der Pro-Epanutin bekommt, muss überwacht werden. Weiterlesen

Die Eisprinzessin

Um vier Uhr morgens klingelt mein Telefon, Eva, die diensthabende Ärztin fragt, wie es mit den Plätzen aussieht. Außergewöhnlich gut, auf der Herzintensiv nur drei Patienten. Sie meint, sie geht jetzt in die Notaufnahme, eine Patientin beurteilen, die wahrscheinlich nicht für die Intensivstation in Frage kommt, unterkühlt, 1919 geboren. Weiterlesen